„Ich lebe die Geschichte!“
Leichenfund in Lügder Villa – Autor Markus Blank zu Gast in der Bücherei Schieder
Die Premierenlesung fand in Schieder statt: In der kleinen und mit gerade einmal fünfzig Gästen restlos ausverkauften Bücherei stellte der Münsteraner Autor seinen neuen Krimi „Ostwestfalenfluch“ vor. Doch warum kommt ein Autor aus Münster ausgerechnet zur ersten Vorstellung seines neuen Buches nach Schieder? Die Antwort ist einfach: Markus Blank ist in Lügde aufgewachsen, hat dort die Schule besucht und bis zu seinem 21. Lebensjahr gelebt und bekanntermaßen liegen die beiden Städtchen nicht weit voneinander entfernt. Genau wie sein erstes Buch „Ostwestfalenherbst“ spielt auch das zweite Werk in Lügde und Umgebung. In einer alten herrschaftlichen Lügder Villa wird eine männliche Leiche gefunden. Viel Aufregung für das beschauliche Städtchen, in dem Mord und Totschlag ansonsten nicht an der Tagesordnung sind. Erneut ermitteln die Detmolder Kriminalkommissare Linnea Bischof und Thomas Link in diesem durchaus geheimnisvollen und mysteriösen Fall, der auch weit in die Vergangenheit führt, im lippischen Südosten und lernen dabei Land und zum Teil in Lügde real existierende Leute („Ich habe alle gefragt!“) kennen.
Markus Blank gelang es mühelos, seine Zuhörerschaft zu faszinieren. Er spielte gekonnt mit Gestik und Mimik, variierte seine Sprechstimme und las mit vollem Körpereinsatz. Sein Hinweis: „Ich lebe die Geschichte!“, kam zur rechten Zeit, denn schon brüllte sein Kriminaltechniker Klaus Brenner: „Ich raste noch aus! Welcher Vollidiot ist denn hier durchgelaufen?“ Trotz der vorherigen Aussage zuckte so mancher Zuhörer merklich zusammen. Die Gäste hörten gebannt und mucksmäuschenstill zu und genossen erkennbar die tolle Atmosphäre und das wunderbare Gefühl, zu den Auserwählten gehören zu dürfen, die einen Platz in dieser ersten Lesung „des neuen Blanks“ ergattert zu haben.
Begleitet wurde die ausgesprochen kurzweilige Lesung durch einige Songs, die Julie McCord auf ihrer 12-saitigen Gitarre („Das ist meine Joan, benannt nach Joan Baez und schon fast ein halbes Jahrhundert alt!“) mit kraftvoller Stimme zu Gehör brachte.
Markus Blank, im echten Leben Grundschullehrer in Hamm, bedankte sich ausgesprochen herzlich bei seiner Familie und einigen anwesenden ehemaligen Lehrkräften für ihre Unterstützung: „Ohne euch wäre ich heute nicht hier!“ und bei dem Büchereiteam um Petra Opel, das die Lesung durch den organisatorischen Einsatz erst möglich gemacht hatte.
Folgerichtig waren dann am Schluss dieser herausragenden Veranstaltung auch alle mitgebrachten Bücher ausverkauft, sodass Blank als allerletztes noch sein eigenes, schon mit Anmerkungen versehenes Exemplar, abgeben „musste“.
Bild: Zur Verfügung gestellt von Frau Ufkes

