Lügde

„RESPEKT für dich!“

Das Präventionstheater „Zartbitter e.V.“

„RESPEKT für dich!“ – Das Präventionstheater „Zartbitter e.V.“ brachte ein heikles Thema ohne moralischen Zeigefinger auf die Bühne der Johannes-Gigas-Schule

Große Freude in der Werbeagentur Creapool: Das Ministerium für Jugend und Schule hat der Agentur Creapool den Auftrag für eine große Kampagne zum Thema „Respekt“ erteilt. Diese Zusage ist mit viel Geld verbunden, sodass die Juniorchefin Simone Engelhard, gespielt von Anne K. Müller, sofort einen bekannten und bei den Jugendlichen beliebten Rapper beauftragen möchte, die Kampagne zu unterstützen. Doch ihr Mitarbeiter Carlo Zanda (Henning Jung) denkt eher über die Interessen der Jugendlichen nach und möchte sie in Workshops an das Thema sexualisierte Gewalt heranführen. Im Zuge der Diskussion über die Herangehensweise erinnert sich Simone an selbst erlebte sexuelle Übergriffe in einem Bus. Auch die Erlebnisse von Carlos Patenkind Tom, dessen Nacktfoto plötzlich vom großen Bruder seines besten Freundes Sami zur Erpressung Toms eingesetzt wird, machen die beiden betroffen und lässt sie darüber nachdenken, was Respekt eigentlich bedeutet. Welche persönlichen Rechte müssen geachtet werden, damit Jugendliche sich respektiert und wohlfühlen?
Was können die Opfer sexualisierter Gewalt selbst, aber auch deren Freunde und Familie dagegen tun?


Dank der finanziellen Unterstützung der Ludwigund Hanna KlingeStiftung durften alle Jahrgänge der Johannes-Gigas-Schule dieses bravourös und ohne Pathos auf die Bühne gebrachte Stück erleben. Mit großer Leichtigkeit brachten die studierten Schauspieler Anne K. Müller und Henning Jung das brisante Thema dar, mal gekonnt rappend, mal fröhlich und dann wieder nachdenklich bei der Schilderung der Erlebnisse von Simone und Tom.
Im Nachgespräch wollten die Kinder wissen, ob die geschilderten Fälle sexualisierter Übergriffe „echt“ sind. Die Antwort war eindeutig: Ja! Und mit der Erlaubnis der Opfer, die sich deswegen an die Kölner Beratungsstelle „Zartbitter e.V.“ gewendet hatten, durften die Vorfälle in das Theaterstück eingebaut werden.


Viele weitere Fragen drehten sich um das Gesehene und machten deutlich, dass eine weitere Nachbearbeitung des Stücks erforderlich und sinnvoll ist, denn gegenseitiger Respekt und die Unterstützung eines möglichen Opfers sind erlernbar; viele Übergriffe können allein damit verhindert werden.

Text und Bild: Johannes-Gigas-Schule