Endspurt im Wahlkampf
7 Fragen an die vier Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten
➊ Prioritäten: Bad Pyrmont steht vor vielen Herausforderungen. Welche drei Themen haben für Sie in den nächsten acht Jahren oberste Priorität – und warum gerade diese?
➋ Finanzen: Die finanzielle Lage der Stadt lässt nicht alles gleichzeitig zu. Wo wollen Sie bewusst investieren und wo sagen Sie: „Darauf müssen wir vorerst leider verzichten“?
➌ Verwaltung: Wie wollen Sie die Verwaltung moderner und digitaler aufstellen und wie schätzen Sie den Zeitrahmen für die Realisierung ein?
➍ Innenstadt & Zukunft: Wie stellen Sie sich Bad Pyrmont zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2034 vor? Was soll sich für Bürger, Gäste und Unternehmen sichtbar verändert haben?
➎ Zusammenarbeit im Rat: Eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister braucht Mehrheiten im Rat. Wie wollen Sie die Mehrheiten erreichen und mit politischen Gegnern konstruktiv zusammenarbeiten?
➏ Zusammenarbeit auf Landesebene: Wie können wir uns die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land vorstellen, wenn Sie das Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters übernehmen? Welche Themen würden Sie als erstes anstoßen?
➐ Persönlich: Wenn Sie morgen Ihr Amt antreten würden: Was wäre Ihre erste konkrete Entscheidung oder Ihr erster Auftrag an die Verwaltung?
Abschlussfrage: Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Am Ende meiner Amtszeit sollen die Menschen über mich sagen: …“
Rainer Timpe
➊ Prioritäten
Bad Pyrmont hat große Herausforderungen, aber vor allem großes Potenzial. Meine drei Prioritäten sind ein starker Gesundheits- und Wirtschaftsstandort, Lebensqualität für alle Generationen und eine bürgernahe, zukunftsfähige Verwaltung. Dazu gehören moderne Schulen und Perspektiven für junge Menschen genauso wie Sicherheit, Barrierefreiheit und ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter – in der Kernstadt ebenso wie in unseren Ortsteilen und Dörfern. Mein Ziel ist, Bad Pyrmont zu einer der lebenswertesten Kleinstädte Norddeutschlands weiterzuentwickeln.
➋ Finanzen
Wir werden Prioritäten setzen müssen. Für mich gehört dazu, zuerst dort zu investieren, wo der Handlungsbedarf groß ist und die Menschen im Alltag unmittelbar profitieren – bei Straßen und Wegen, einer modernen Infrastruktur und der Aufwertung unserer Innenstadt. Gleichzeitig müssen wir unseren finanziellen Spielraum vergrößern: durch neue Unternehmen, attraktive Hotels, einen starken Gesundheits- und Tourismusstandort und die konsequente Nutzung von Fördermitteln. Mein Maßstab ist dabei klar: Brauchen wir eine Investition wirklich, können wir sie solide finanzieren und bringt sie Bad Pyrmont langfristig weiter?
➌ Verwaltung
Digitalisierung bedeutet für mich vor allem einfachere Abläufe und besseren Service. Ich weiß, dass unsere Verwaltung viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Gemeinsam mit ihnen möchte ich die wichtigsten Prozesse analysieren, Abläufe Schritt für Schritt vereinfachen und modernisieren. Mein Ziel ist, dass viele Behördengänge künftig auch bequem von zu Hause erledigt werden können – der persönliche Ansprechpartner im Rathaus bleibt dabei selbstverständlich erhalten. Erste Verbesserungen sollen die Bürgerinnen und Bürger möglichst früh spüren. Digitalisierung ist jedoch ein kontinuierlicher Prozess, den wir konsequent weiterentwickeln müssen.
➍ Innenstadt & Zukunft
2034 möchte ich durch Bad Pyrmont gehen und sehen, dass wir unsere Chancen genutzt haben: belebte Geschäfte und Gebäude, gepflegte Straßen und Plätze, neue Unternehmen und Arbeitsplätze sowie ein Konzerthaus, in dem wieder Kultur und Veranstaltungen stattfinden. Ich wünsche mir einen Gesundheits- und Tourismusstandort, der neue Angebote und Investitionen angezogen hat, und eine offene Stadt, in der Vielfalt selbstverständlich zum Leben gehört. Dann haben wir gemeinsam mehr aus dem gemacht, was Bad Pyrmont schon heute besonders macht.
➏ Zusammenarbeit auf Landesebene
Als Bürgermeister ist mir ein direkter und regelmäßiger Austausch mit der Landrätin oder dem Landrat und den zuständigen Stellen wichtig. Gesundheit, Bildung, Verkehr, Wirtschaft und Stadtentwicklung möchte ich frühzeitig gemeinsam angehen – und dort, wo Bad Pyrmont Unterstützung braucht, unsere Interessen persönlich und mit Nachdruck vertreten.
➐ Persönlich
Als Erstes möchte ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus ins Gespräch kommen und mir ein Bild davon machen, was gut läuft und wo sie selbst Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Gleichzeitig brauche ich einen klaren Überblick über die laufenden Projekte: Wo stehen wir, was kosten sie, wo hakt es und welche Entscheidungen stehen an? Danach können wir gemeinsam mit dem Rat klare Prioritäten setzen und zügig ins Handeln kommen. Außerdem gehört für mich eine regelmäßige Bürgersprechstunde von Anfang an dazu – denn für gute Entscheidungen muss ich nicht nur wissen, was im Rathaus ansteht, sondern auch, was die Menschen in unserer Stadt bewegt.
Abschlussfrage
Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Am Ende meiner Amtszeit sollen die Menschen über mich sagen: …“
„Er hat Veränderungen angestoßen, Menschen motiviert und gemeinsam mit ihnen gezeigt, was in BadPyrmont steckt. Heute sehen wir, was möglich ist, wenn eine Stadt ihre Stärken nutzt und ihre Zukunft gemeinsam mit ihren Bürger*innen gestaltet.“
Hans-Joachim Böhnke
➊ Prioritäten
Es ist Zeit die Menschen, die Vereine, das Staatsbad, die Stadtwerke, das Gastgewerbe, unsere Handwerker, Unternehmen und Institutionen wieder mehr zusammen zu bringen und sie zu motivieren, gemeinsam etwas zu bewegen.
Die Innenstadt, unser zentrales Gewerbegebiet, muss belebt werden. Der gewerbliche und private Leerstand muss beseitigt werden, das Grand Hotel und Kurtheater in Betrieb gehen. Hierbei helfen der „Bau-Turbo“, die Stadtsanierung, weitere Fördermöglichkeiten und der vertrauensvolle Austausch mit Investoren, Betreibern und dem Staatsbad / Land Niedersachsen.
Die qualifizierte Betreuung in Kindergärten und Schulen muss verlässlich sein. Die Schülerrinnen und Schüler der Max-Born Realschule und der Herderschule verdienen ein modernes schulisches Umfeld. Die erforderlichen Baumaßnahmen müssen umgesetzt werden. Das Humboldt Gymnasium muss weiterhin gestärkt werden.
Ordnung, Sicherheit und Hausärzteversorgung sicherstellen und Klimaanpassung im Stadtbild umsetzen, um den zukünftigen Herausforderungen an unsere gesellschaftlichen Anforderungen, der Starkregenvorsorge und Hitzeschutz gerecht zu werden.
➋ Finanzen
Wir müssen da investieren, wo es finanzielle Zuschüsse gibt, Schulen, Brand- und Zivilschutz, Klimaanpassung und Infrastruktur.
Bei unseren städtischen Straßen und Gehwegen müssen wir genau hinsehen und priorisieren, wo wir Maßnahmen umsetzen. Hier müssen wir über die Straßenausbaubeitragssatzung sprechen. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Entscheidungsfindung ist wichtig.
Innerhalb der Verwaltung muss dazu ein kompetentes Fördermittelmanagement und auch die Wirtschaftsförderung ausgebaut werden.
Über die Stärkung unseres Gewerbes, Handwerk und Industrie müssen wir zusätzliche Einnahmen generieren.
Dann müssen wir aufhören Projekte, in die erhebliche finanzielle und personelle Kapazitäten geflossen sind, immer wieder in Frage zu stellen, diese zu verzögern und damit die Kosten in die Höhe zu treiben.
Auch müssen wir prüfen, wo wir uns von Aufgaben und Vermögen trennen können, um Kosten zu sparen und Einnahmen zu erzielen.
➌ Verwaltung
Die Digitalisierung hat bereits begonnen und muss entschlossen umgesetzt werden. Hierbei müssen Prozesse analysiert und hinterfragt werden. Das kann nur jemand begleiten, der fachlich beurteilen kann, wie Verwaltung geht und ihre Abläufe kennt.
Wichtig dabei ist, dass die Bürgerinnen und der Bürger mitgenommen werden und das Rathaus weiterhin für sie offen steht. In 1-2 Jahren sollten deutliche Fortschritte bereits erkennbar sein.
➍ Innenstadt & Zukunft
Die Innenstadt sollte dann deutlich belebter, mit weniger Leerstand und einer erheblich verbesserten Aufenthaltsqualität und Attraktivität für Pyrmonterinnen und Pyrmonter und unseren Gästen wahrnehmbar sein.
Die Verwaltung soll ein kompetenter, jederzeit ansprechbarer Partner für Pyrmonterinnen und Pyrmonter, Vereine, Gewerbe, Handwerk und Handel sein. Die Schulen und Kindergärten sollen Orte sein, wo gute Bildung verlässlich vermittelt wird und die von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrern geschätzt werden. Und auch unsere Ortsteile sollten dann mehr Lebensqualität aufweisen. Pyrmont soll eine Stadt sein, in der sich die Menschen wohl fühlen!
➎ Zusammenarbeit im Rat
Ich trete ohne Parteibuch an und habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich mit den unterschiedlichen politischen Parteien zusammenarbeiten kann. Das möchte ich in Zukunft auch so machen. Ich werden allen die Hand reichen und auf sie zugehen, um für Bad Pyrmont die besten Entscheidungen zu erzielen.
Dazu gehört auch, dass die Verwaltung diese Entscheidungen kompetent und transparent vorbereitet, das kann ich aufgrund meiner fachlichen Kompetenz gewährleisten.
➏ Zusammenarbeit auf Landesebene
Auch wenn ich über kein Parteibuch verfüge, so habe ich durch meine Arbeit in den vergangenen Jahren sehr gute Kontakte in Richtung Landkreis, Landesbehörden und Landespolitik aufbauen können. Ich bin hier sehr gut vernetzt!
Das Thema der Ortsdurchfahrten mit ihren Schlaglöchern beschäftigt die Menschen in Bad Pyrmont. Hier ist es uns im Zusammenspiel zwischen Stadtverwaltung, Landesbehörde und Landespolitik gelungen die Zusage zu bekommen, dass ein Teilstück der Grießemerstraße und auch der Grießemer Berg im kommenden Jahr saniert wird. Die restlichen Ortsdurchfahrten folgen 2029.
Weiterhin brauchen wir Fördergelder für den Neubau der Südhalle, den Kunstrasenplatz, die Umsetzung der Starkregenvorsorge / Klimaanpassung und das Feuerwehrhaus Neersen. Hier habe ich schon Gespräche geführt und werde sie auch weiterhin führen.
➐ Persönlich
Da ich über die entsprechende Kompetenz verfüge, die Verwaltung sehr gut kenne, brauche ich keine Einarbeitungszeit. Ich bin es gewohnt, 50 und mehr Stunden die Woche zu arbeiten und kann daher sofort loslegen.
Die Stärkung der Wirtschaftsförderung, das Fördermittelmanagement und das Fachgebiet Ordnung und Soziales sind Bereiche, um die ich mich zunächst verstärkt kümmern würde.
Weitere Stichworte sind Bürgernähe, Handwerk, Gewerbe, Digitalisierung, Klimaanpassung
(Starkregen und Hitzeschutz), Innenstadtentwicklung, Leerstand, unsere Ortsteile und Kultur, hier im Besonderen das Kurtheater, mit denen ich mich intensiv befassen werde.
Abschlussfrage
Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Am Ende meiner Amtszeit sollen die Menschen über mich sagen:…“
„Er ist einer von uns und hat es mit Herz und Kompetenz geschafft, Pyrmont jeden Tag, Schritt für Schritt, besser zu machen!“
Anja Grages
➊ Prioritäten
• Familien und Bildung
Bad Pyrmont ist nur zukunftsfähig, wenn Familien gute Bedingungen vorfinden. Dazu gehören verlässliche Betreuungsangebote in Kita und Schule sowie der Erhalt und die Stärkung unserer vier Grundschulen – auch mit Blick auf den gesetzlichen Ganztag. Dafür ist der Bau der Mensa in Holzhausen wichtig. Für mich gilt: kurze Beine, kurze Wege.
Ich werde mich weiterhin für das Humboldt-Gymnasium und den Erhalt unseres dreigliedrigen Schulangebots einsetzen. Unsere Stadt muss Schulträgerin bleiben, damit wir die Bildungslandschaft vor Ort selbst gestalten können. Die notwendigen Baumaßnahmen an der Max-Born-Realschule und der Herderschule müssen endlich umgesetzt werden. Alle Schülerinnen und Schüler verdienen ein modernes Lernumfeld. Gute Bildung, sichere Schulwege sowie attraktive Freizeit- und Sportangebote sind wichtige Standortfaktoren.
• Investitionen, Stadtentwicklung
und wirtschaftliche Stärke
Bad Pyrmont braucht sichtbare Investitionen in Straßen, Wege, Plätze, Sportstätten und öffentliche Gebäude. Dafür müssen wir Städtebauförderung, weitere Förderprogramme und die Mittel aus dem Sondervermögen konsequent nutzen.
Gleichzeitig gilt es, die Innenstadt zu stärken, Leerstände zu reduzieren, den Tourismus weiterzuentwickeln und neue Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Wir brauchen private Investitionen, gute Bedingungen für Unternehmen, neue Arbeitsplätze und bedarfsgerechten Wohnraum, damit Bad Pyrmont wieder wachsen kann. Wirtschaftsförderung ist für mich Chefsache. Als Bürgermeisterin werde ich sie gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer aktiv vorantreiben.
• Sicherheit und Ordnung
Die Menschen müssen sich in Bad Pyrmont sicher und wohl fühlen. Dafür brauchen wir ein sichtbares Ordnungsamt, mehr Sauberkeit in der Stadt und den Ortsteilen sowie ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Müllentsorgung. Wilde Müllablagerungen müssen schnell entfernt und Verstöße konsequent verfolgt werden. Auch die beschlossene Videoüberwachung am Schulzentrum muss endlich umgesetzt werden.
➋ Finanzen
Solide Finanzen und notwendige Investitionen sind kein Widerspruch. Wer Sanierungen immer weiter verschiebt, spart häufig nicht, sondern macht sie teurer. Das mussten wir in den letzten Jahren viel zu oft erleben.
Für mich gilt: Wir müssen investieren, mit klaren Prioritäten. Straßen, Plätze und Wege, Stadtentwicklung, Schulen und Sicherheit stehen dabei für mich im Vordergrund. Gleichzeitig will ich Fördermöglichkeiten von Bund und Land konsequent ausschöpfen, damit wir mit jedem städtischen Euro möglichst viel für Bad Pyrmont erreichen.
➌ Verwaltung
Ich möchte eine moderne, serviceorientierte Verwaltung, die für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbar ist und Ihre Leistungen zunehmend digital anbietet. Ein zentraler Bürgerservice soll eine verlässliche erste Anlaufstelle schaffen. Anliegen müssen möglichst aus einer Hand aufgenommen, klar zugeordnet und transparent bearbeitet werden.
Die Verwaltung ist bei der Digitalisierung bereits auf einem guten Weg. Diesen möchte ich konsequent weitergehen. Digitale Aktenführung, weniger Papier, vereinfachte Prozesse und Möglichkeiten für gemeinsames digitales Arbeiten sind mir persönlich sehr wichtig. Damit schaffen wir langfristig attraktive Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Digitalisierung ist dabei kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.
➍ Innenstadt & Zukunft
2034 soll Bad Pyrmont eine Stadt sein, in der alle Generationen gerne leben, Unternehmen investieren, Gäste wiederkommen und die Menschen spüren: Unsere Stadt entwickelt sich weiter.
Ich wünsche mir eine lebendige Innenstadt mit weniger Leerständen, ein wiedereröffnetes Kurtheater und ein attraktives, barrierefreies Bahnhofsumfeld. Schulen, Straßen und Sportstätten sollen sichtbar modernisiert sein. Unternehmen sollen verlässliche Ansprechpartner und schnelle Verfahren vorfinden.
Bad Pyrmont soll seine Stärken als Gesundheits-, Kur-, Tourismus- und Wohnstandort nutzen und wieder an wirtschaftlicher Kraft, Einwohnern und Attraktivität gewinnen.
➎ Zusammenarbeit im Rat
Mehrheiten möchte ich durch gute Vorbereitung, frühzeitige Gespräche und überzeugende Lösungen organisieren. Regelmäßige interfraktionelle Gespräche sind dafür aus meiner Sicht ein wichtiges Instrument. Die politischen Vertreter müssen bei wichtigen Vorhaben rechtzeitig eingebunden werden.
Gute Vorschläge beurteile ich danach, ob sie Bad Pyrmont voranbringen – nicht danach, von wem sie kommen.
Eine Bürgermeisterin muss neutral und für alle da sein und die Zusammenarbeit im Rat ist für mich dabei eine Selbstverständlichkeit. Politische Gegner sehe ich da nicht. Mein Ziel ist eine konstruktive Zusammenarbeit. Im Vordergrund sollte immer das Wohl Bad Pyrmonts bei allen politischen Vertretern stehen.
➏ Zusammenarbeit auf Landesebene
Bad Pyrmont ist keine Stadt wie jede andere. Die Mitte unserer Stadt gehört dem Land Niedersachsen, genau deshalb brauchen wir auch in Zukunft eine enge, verlässliche Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land. Als Bürgermeisterin würde ich die Interessen unserer Stadt in Hannover persönlich und mit Nachdruck vertreten. Regelmäßige Besuche im Landtag und Gespräche mit den Ministerien sind für mich dabei selbstverständlich. Dabei ist es hilfreich, Ansprechpartner und politische Entscheidungswege zu kennen – entscheidend bleibt aber, mit gut vorbereiteten Konzepten aufzutreten. Durch meine bisherige berufliche und politische Tätigkeit verfüge ich über ein belastbares Netzwerk, das ich aktiv zum Wohle von Bad Pyrmont einsetzen werde.
An erster Stelle stehen für mich Themen rund ums Staatsbad und die landeseigenen Liegenschaften, hier wäre das Thema Wiederbelebung des Konzerthauses als erstes zu nennen. Weiterhin wichtige Themen für mich sind die Sanierung der Landesstraßen, auskömmliche Finanzierungen der Kommune und Aufnahme von Gesprächen zu Fördermitteln für städtische Projekte.
➐ Persönlich
Ich möchte, dass die Menschen eine Veränderung im Alltag wahrnehmen. Deshalb würde ich als Erstes ein Sofortprogramm für Sauberkeit und Ordnung auf den Weg bringen – mit einem sichtbaren Ordnungsamt, kurzen Meldewegen und schnellen Lösungen.
Mein erster Auftrag wäre eine ehrliche Bestandsaufnahme aller wichtigen laufenden und noch nicht umgesetzten Projekte: Wie ist der tatsächliche Sachstand? Wo bestehen Hindernisse? Welche Entscheidungen fehlen und welche Förderfristen müssen ggfs. beachtet werden?
Gleichzeitig würde ich das Gespräch mit den Beschäftigten suchen. Sie wissen häufig sehr genau, wo Abläufe verbessert und Hindernisse beseitigt werden können.
Abschlussfrage
„Am Ende meiner Amtszeit sollen die Menschen über mich sagen: Sie war nah bei den Menschen, klar in ihren Entscheidungen und hartnäckig in der Umsetzung – und sie hat Bad Pyrmont sichtbar vorangebracht.“
Carolin Muschter
➊ Prioritäten
1. Der Straßen- und Wegezustand muss sich in ganz Bad Pyrmont verbessern. Heile und sauber müssen die Straßen, Rad- und Fußwege sein. Das dient der Sicherheit für Schüler, ältere Menschen und Besucher gleichermaßen. Ich brauche keinen Dienstwagen, dafür kaufen wir Maschinen für die Sauberkeit aller Ortsteile.
2. Sanierung der Max-Born-Realschule und der Herderschule, diese beiden Schulen haben es dringend verdient, endlich saniert und ‘Fit für die Zukunft’ zu werden, einschließlich schöner und sicherer Schulhöfe. Sporthallen und deren Außenanlagen gehören dazu.
3. Ankurbeln von Tourismus und Werbung für Pyrmont, um die Innenstadt zu beleben und dem Leerstand entgegenzuwirken. Ohne massive Werbung kann Pyrmont keine Besucher anziehen. Früher hat das Staatsbad mit den Veranstaltungen in Konzerthaus, Kurtheater und Kurpark überregional für Pyrmont geworben, das ist nun Geschichte. Deshalb muss die Stadt selbst diese Lücke füllen und überregional für unser ‘mediterranes Flair’ werben.
➋ Finanzen
Investieren: Schlaglöcher, Rad- und Gehwege instandsetzen. Gebäude und Inneneinrichtung der Max-Born-Realschule und Herderschule sanieren. In Tourismus, Werbung und Sauberkeit investieren. In Sporthallen mit Tartanbahn und Kunstrasenplatz investieren. Mehr Leute für den Bauhof einstellen.
Verzichten:
auf Bürgermeister-Dienstwagen. Auf den Bahnhofsvorplatz, Kreisel, Brunnenstraße zum 3.Mal ausbauen (geplanter Brunnenlauf). Die Schlossstraße belassen, den Verkehrsentwicklungsplan berichtigen u.a. Das bedeutet sinkende Kredit- und Zinskosten. Wenn wir Einkauf und IT, Vergabestellen und Leistungen des Bauhofs mit Nachbarkommunen teilen, können wir Geld sparen. (Die schnellere Zahlung von Rechnungen, damit wir bei den Großprojekten mehr Skonto ausnutzen können.)
➌ Verwaltung
Zunächst muss man festhalten, digital sollte eigentlich alles fertig sein. Jedenfalls lt. Ratsbeschluss. Zudem ist die Stadt an die Vorgaben des Landkreises gebunden, da wir die Digitalisierung im Verbund mit dem Landkreis betreiben. Viele Dienstleistungen sind schon online zu bekommen. Aber auch für die nicht vernetzten Bürger müssen wir gut erreichbar sein. Ich werde das Ratsinformationssystem zeitnah verbessern, damit Bürger benutzerfreundlicher auf die Webseite der Stadt zugreifen können, auch auf Termine, Protokolle und die Umsetzung von Entscheidungen im Rathaus. Wichtig ist mir, dass der Haushalt und die Ausgaben der Stadt transparenter für die Bürger werden, das sollte sich im 1. Jahr alles machen lassen.
➍ Innenstadt & Zukunft
Wie stelle ich mir Pyrmont 2034 vor? Im Winter mit Eisbahn und Weihnachtsmarkt, im Sommer als Oase unter Palmen, im Frühjahr und Herbst mit Kunst/ Kultur Veranstaltungen, Kongressen, um die schwächere Besuchszeit mit regelmäßigen Events zu füllen. Abschlussball im Konzerthaus. Keine Schlaglöcher, die Schulen sind fertig. Gute Ärzteversorgung, Leerstände sind massiv verringert. Die Unternehmen haben einen kurzen Draht zum Rathaus. Man kann vor der Südhalle im Winter draußen Fussball spielen. Verlässliche Bahn, dazu mehr Busanbindung in allen Ortsteilen bis in die Bergdörfer. Es gibt einen ‘Schulbus’ für unsere Fahrschüler zu den Berufsschulen in Hameln.
➎ Zusammenarbeit im Rat
Wir haben alle dasselbe Ziel, Pyrmont soll brummen. Es ist Zeit, dass die beiden großen Gruppen sich von den Prestigeprojekten verabschieden und die wirklichen Probleme in Pyrmont behoben werden. Ich sehe deshalb niemanden als Gegner, denn wir werden gewählt, um die Stadt wieder zum Glanz zu bringen, nicht um noch mehr Geld für unnötige Dinge auszugeben.
➏ Zusammenarbeit auf Landesebene
Das erste Thema ist die Einhaltung des Staatsvertrages, dass das Land das Staatsbad Pyrmont nicht auflöst. Also nicht wie in Bad Nenndorf kommunalisiert – auf die Stadt abgewälzt – wird. Die Fragen nach dem Fortgang im Grand Hotel und im KLB werden wir transparenter behandeln wollen. Unternehmen und Pendler brauchen vernünftige, zuverlässige Bahnanbindung nach Hannover und Paderborn. Die Minister und ihre Mitarbeiter müssten mehr nach Pyrmont kommen, um zu sehen, womit Niedersachsen glänzen kann, dem niedersächsischen Leitsatz analog: Bad Pyrmont, das ist Groß.
Der Leerstand des Konzerthauses ist sicherlich eines der wichtigen Themen, da es noch eine Betriebsgenehmigung hat, also genutzt werden könnte.
➐ Persönlich
Eine regelmäßige Bürgersprechstunde anbieten, Mitarbeiter-Sprechstunde, Interne Verwaltungsstrukturen erleichtern. Ausschreibung für die Behebung der Schlaglöcher, Beenden des Bebauungsplanes für den Bahnhofsvorplatz. Ausschreibung der Markierungsarbeiten für Radwege, Zebrastreifen, etc. Ausschreibung zur Anschaffung von Heißwasser-Unkrautvernichtern für die Stadt und Ortsteile, also für Straßen, Friedhöfe etc. Die Regenwassergräben in Stadt und Stadtforst überprüfen lassen. Die Planungen für die Schulen laufen ja schon.
Abschlussfrage
Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Am Ende meiner Amtszeit sollen die Menschen über mich sagen:…”
Das Bürgermeisteramt ist weit mehr als ‘Verwaltung’, es ist der Motor unserer Wirtschaft, unserer Stadt, deshalb wünsche ich mir, dass man sagt: “ Hat sie gut gemacht.”

