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Kantorei bringt vergessenes Meisterwerk auf die Bühne

Musikalische Wiederentdeckung nach 150 Jahren in Bad Pyrmont

Die Kantorei Bad Pyrmont steht seit jeher für eine lebendige Chorgemeinschaft und große musikalische Vielfalt. Als Gruppe der evangelisch-lutherischen Gemeinde Bad Pyrmont vereint der Chor unter der Leitung von Dirk Brödling engagierte Sängerinnen und Sänger jeglichen Alters. Die beeindruckende Altersspanne der Aktiven reicht dabei von 30 bis zu 90 Jahren. Das gemeinsame Ziel der Gruppe ist die Erarbeitung und Aufführung anspruchsvoller geistlicher Werke. Neben der feierlichen Mitgestaltung von wichtigen Gottesdiensten bringt die Kantorei pro Jahr zwei große Konzerte für Chor und Orchester auf die Bühne. Dabei gehören absolute Klassiker wie Bachs berühmtes Weihnachtsoratorium oder Haydns Schöpfung fest zum Repertoire des Ensembles. Doch die Kantorei zeichnet sich auch durch Mut und Entdeckergeist aus, indem sie immer wieder großartige, weitgehend unbekannte Werke ausfindig macht. Genau ein solches musikalisches Juwel steht nun im Mittelpunkt des nächsten Großprojekts. 

Am Sonntag, den 21. Juni, erwartet das Publikum um 18:00 Uhr in der Christuskirche Bad Pyrmont ein ganz außergewöhnliches Konzerthighlight. Unter der Leitung von Dirk Brödling bringt der Chor das Oratorium „Christi Auferstehung“ von Sigismund Ritter von Neukomm zur Aufführung. Diese Darbietung stellt eine kleine Sensation dar, denn das Werk des Komponisten, der von 1778 bis 1858 lebte, wurde seit mehr als 150 Jahren nicht mehr gespielt und erlebt nun in Bad Pyrmont seine feierliche Weltneuaufführung. 

Der heute weitgehend in Vergessenheit geratene Sigismund Ritter von Neukomm war ein Schüler von Michael und Joseph Haydn und galt zu seiner Zeit als international gefragter Musiker. Er wirkte und reiste in vielen europäischen Kulturzentren und hinterließ ein umfangreiches Œuvre von über 1200 Kompositionen, wobei er in seinen Oratorien den Stil seines Lehrers Joseph Haydn fortsetzte. Dass sein vermutlich um 1828 entstandenes Oratorium nun wieder zu hören ist, ist intensiver musikwissenschaftlicher Arbeit zu verdanken. Da keine moderne Edition der Partitur vorlag, lag das Werk über ein Jahrhundert lang brach. Erst Dr. Alexander Weidner rekonstruierte die Musik aus verschiedenen Quellen und übertrug sie in eine neue, spielbare Edition, wodurch eine Aufführung überhaupt erst wieder möglich wurde. Das Publikum darf sich auf ein Werk freuen, das sich durch eindrucksvolle Chorsätze, eine konzentrierte musikalische Dramaturgie und ausgedehnte, vom Orchester begleitete Rezitative auszeichnet, welche die biblische Auferstehungserzählung lebendig entfalten. 

Mit dieser Aufführung präsentiert die Kantorei Bad Pyrmont eine bedeutende musikalische Wiederentdeckung und lädt das Publikum auf eine seltene Reise in die Musikgeschichte ein. Karten für dieses besondere Ereignis können über die Pyrmonter Tourismus GmbH erworben oder ganz einfach digital unter www.badpyrmont.de gebucht werden. 

Wer durch dieses Projekt Lust bekommen hat, in Zukunft selbst im Chor mitzusingen, ist bei der Kantorei übrigens jederzeit herzlich willkommen. Der Einstieg ist im Rahmen von Chorprojekten jeweils im Januar und August möglich, wobei auch eine rein projektbezogene Teilnahme angeboten wird. Die Proben finden immer montags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindehaus in der Friedrichstraße statt. 

Bild: Ev. Kirche Bad Pyrmont