Flexiblere Ausbildung in der Pflege

Am 12. Mai ist Tag der Pflege

Menschen beruhigen und manchmal trösten, Medikamente verabreichen, bei der Körperpflege helfen und mit Ärzten sprechen:
Wer in der Pflege arbeitet, braucht neben fachlichem Know-how auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeiten. Jedes Jahr am 12. Mai macht der Tag der Pflege darauf aufmerksam, wie anspruchsvoll und vielseitig die Arbeit in diesem Berufsfeld ist. Seit 2020 nimmt darauf auch die Ausbildungsordnung Rücksicht: Die getrennten Ausbildungswege für die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind Geschichte. Sie wurden ersetzt durch die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.

Nun stehen in den ersten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung Inhalte auf dem Lehrplan, die für alle Pflegeberufe relevant sind:
Medizinisches Wissen und pflegerische Basics, aber auch Kommunikation mit den gepflegten Menschen und mit Ärzten. Die Auszubildenden schnuppern dabei auch ganz praktisch in unterschiedliche Pflegebereiche hinein. Sie lernen beispielsweise die Arbeit in Seniorenheimen, in psychiatrischen Einrichtungen oder im Krankenhaus kennen – ganz schön vielfältig! Dieses breite Wissen sorgt dafür, dass Pflegefachkräfte nachher beruflich sehr flexibel sind. Wer möchte, kann sich trotzdem im dritten Jahr auf Altenpflege oder Kinderkrankenpflege spezialisieren; alle anderen führen die Ausbildung genauso breit aufgestellt zu Ende.

Und noch eine wichtige Neuerung gibt es:
Die Ausbildung ist kostenlos geworden, und es gibt eine Ausbildungsvergütung. Auch mit ihrem Nebeneinander von Praxis im Ausbildungsbetrieb und Theorie in der Schule ähnelt die Pflegeausbildung jetzt dualen Ausbildungsgängen, selbst wenn sie offiziell als schulische Ausbildung gilt. Wer sich für eine Karriere als Pflegefachkraft interessiert, sollte einen mittleren Schulabschluss mitbringen. Genauso wichtig sind allerdings das Interesse an Menschen und die Lust darauf, mit anderen zusammenzuarbeiten. Denn Pflege ist nicht nur abwechslungsreich und spannend, sondern auch eine Teamsportart!

Prognosen besagen, dass die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahren weiter steigen wird, denn die Gesellschaft wird immer älter. Die Lebenserwartung von Frauen liegt derzeit bei rund 83 Jahren, die von Männern bei etwa 78 Jahren.

Aber was heißt „Pflegebedürftigkeit“ eigentlich und welche Pflegeberufe gibt es?
Pflegebedürftig bedeutet, dass diese Menschen nicht oder nur teilweise in der Lage sind, ihren Alltag allein zu bestreiten. Sie können sich zum Beispiel nicht mehr allein waschen oder anziehen, sich selbst mit Lebensmitteln versorgen und sind in vielen weiteren Bereichen auf die Hilfe von anderen angewiesen. Hier kommt das Fachpersonal aus der Pflege ins Spiel!

Voraussetzungen für Pflegeberufe
Jedes Berufsbild bringt in der Regel berufseigene Voraussetzungen mit sich. Deshalb lassen sich allgemeingültige Voraussetzungen nur sehr schwer festmachen. Für eine Ausbildung in einem Pflegeberuf solltest man aber vor allem folgende Eigenschaften mitbringen:

  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Mitgefühl
  • Geduld
  • freundliches, kommunikatives Auftreten
  • Interesse an Medizin

Viele Ausbildungsberufe in der Pflege erfordern die mittlere Reife bzw. den Realschulabschluss von Bewerberinnen und Bewerbern. Aber keine Sorge! Auch mit einem Hauptschulabschluss gibt es noch Zugang zu den Pflegeberufen.

Pflegeberufe: Gehalt
Männer und Frauen, die in der Pflege arbeiten, sind eine wichtige Stütze der Gesellschaft und besonders systemrelevant. Das Einstiegsgehalt ist oft davon abhängig, wie groß der Arbeitgeber ist, ob das Unternehmen im öffentlichen Dienst oder im privaten Sektor angesiedelt ist und welche Aufgaben man übernimmt. Ein positiver Trend, der sich seit 2021 abzeichnet, ist der Anstieg des Mindestlohns im Pflegebereich. Das gilt sowohl für ungelernte Pflegekräfte als auch Fachkräfte mit ein- ,zwei- oder dreijähriger Ausbildung. Zudem haben Pflegekräfte einen Anspruch von mindestens 25 Tagen Urlaub pro Jahr.

Das sollten man noch wissen: 
Pflegeberufe sind alles andere als einfach. Sich um Unbekannte zu kümmern ist längst nicht jedermanns Sache! Man sollte sich darüber bewusst sein, dass in die Intimsphäre der Patientinnen und Patienten eingedrungen wird, beispielsweise übernimmt man das Waschen von intimen Körperteilen. Diese Situationen erfordern ein hohes Maß an Professionalität. Darüber hinaus wird einem bei der Arbeit auch regelmäßig der Tod begegnen. Hat man sich mit einer Patientin oder einem Patienten besonders gut verstanden, kann das auch belastend sein, wenn die Person plötzlich verstirbt. Auch auf solche Situationen sollte man vorbereitet sein. txn/pr

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