Bad Pyrmont

Die Gruppe „Oesdorfer Fans“ arbeitet die Geschichte von Oesdorf auf

Eine Postkarte aus der Zeit um 1905 macht deutlich,  wie sich das Dorf Oesdorf selbst einschätzten möchte. Das obere linke  Foto  wirft einen Blick in die Bahnstraße, die in Richtung Bahnhof führt. Heute trägt diese Straße den Namen Oesdorfer Straße und man erkennt im Vordergrund ein Pferdefuhrwerk, das gerade in die Brunnenstraße einbiegt. Rechts von diesem Bild fällt der Blick  auf die Oesdorfer St. Petri-Kirche an dem heutigen Abzweig der Schellenstraße von der Lortzingstraße. Dieses Bildmotiv steht für das  jahrhundertelange religiöse  Leben in dieser Gemeinde.  Der Bau des Bathildis-Krankenhauses , eingeweiht im Jahre 1898, ist das Symbol  für den  Gesundheitsstandort Oesdorf. Rechts daneben wird die Volksschule I abgebildet, die 1903 in Oesdorf eingeweiht wird und die heute mit Erweiterungen als Herderschule ein wichtiges  Element des Pyrmonter Schulzentrums darstellt. So ungefähr mag man sich um 1905 Oesdorf vorstellen – ein lebendige Wohnort mit einem Dorfzentrum nahe dem Kurzentrum,  mit einer beeindruckenden Kirche, die um 1880 auf den Fundamenten der  mittelalterlichen Kirche neu errichtet worden ist, mit einem modernen Krankenhaus und einer der Stadt entsprechenden  modernen Schuleinrichtung.

Dies ist aber nur ein Wimpernschlag aus einer reichen  Historie von Oesdorf, das als  das  älteste und bedeutendste  Dorf in diesem Tal- abgesehen von Lügde- ist und das unmittelbar mit der Geschichte des Kurortes zusammengehört.   Oesdorf wird erstmals in einer Urkunde von 1060 erwähnt, wird im Jahr 1184 an den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg verkauft. Ab dem Jahr 1668, ab dem Pyrmonter Hauptvergleich, wird Fürst  von Waldeck, der in Arolsen residierende  spätere Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Oesdorf zu seinem Verwaltungssitz von Pyrmont ernennen. Das wenig später erbaute Haus Bethesda ist dann auch mit dem Fürstensommer von 1681 das erste Gebäude der Unterkunft angesehener Kurgäste, darunter  die dänische Königin und  der preußische Hof. Von dem Aufbau des Kurzentrums profitieren im 17. und 18. Jahrhundert die Handwerker und Bauern diese Dorfes, aber auch die vielen Personen, die  als Personal in den modernen Logierhäusern  ihren Dienst tun.

In diesen Jahrhunderten dominiert die Oesdorfer Kirche das religiöse Leben für alle Dörfer der Gemeinden im Tal, ist der Oesdorfer Friedhof der einzige Ort der Beisetzung der Toten. Das Schulleben findet in Oesdorf seinen Ausgangspunkt, ebenso das sozial Verantwortliche Miteinander. Die Ausflugsziele Königsberg, das Forsthaus, der Lange Grund am Schellenberg, , dann der Bismarckturm werden im 19. Jahrhundert beliebte Wanderziele gerade  für Kurgäste. Mit der wachsenden Zahl von Kurgästen, bedingt durch die Anbindung Pyrmonts an das Eisenbahnnetz im Jahr 1872, ermöglicht auch den verstärkten Bau von Pensionshäusern in Oesdorf.

All diese Themen werden nun von einer engagierten Gruppe von „Oesdorfer Fans“ aufgearbeitet und dann auch gemeinsam veröffentlicht. Treffpunkt dieser AG ist das Stadtarchiv Bad Pyrmont, weitere Mitstreiter sind herzlich willkommen. (Tel.05281-1600420).
Dr. Dieter Alfter, Stadtarchivar.

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner